Darauf sollten Verbraucher achten:

Typen

Rennsportreifen - für die Ansprüche sportlicher Motorräder, geringe Schulterhöhe, flaches Profil, für hohe Geschwindigkeiten geeignet
MotoCrossreifen - ausschließlich für den Einsatz im Gelände, sehr grobes, hohes Profil
Enduroreifen - für den Einsatz im Gelände, auch für die Straße geeignet, sehr grobes, hohes Profil
Chopperreifen - meist auf kleinere Geschwindigkeit und Komfort ausgelegt
Straßenreifen - für die Ansprüche von Straßenmaschinen
Cruiserreifen - Mischung aus Straßen- und Chopperreifen

Gummimischung

Gerade Motorradfahrer legen großen Wert auf die richtige Gummimischung, die entscheidend für die späteren Fahreigenschaften eines Motorrads ist. Wer seine abgefahrenen Reifen durch neue von einem anderen Typ ersetzt, sollte auf eines besonders achten: Bei Motorrädern ändern sich die Fahreigenschaften rapide, wenn man den Reifentyp wechselt.

Beim Kauf muss man zwischen folgenden Eigenschaften einen Kompromiss finden:

  • Bodenhaftung
  • Regeneigenschaften
  • hohe Laufleistung, also geringer Verschleiß
  • Geländetauglichkeit
  • Rennstreckentauglichkeit

Der grundlegendste Unterschied zwischen den Reifen ist die Härte: Je weicher ein Reifen ist, desto besser ist seine Bodenhaftung. Weiche Reifen verschleißen allerdings auch schneller. Harte hingegen verschleißen weniger, haften dafür jedoch schlechter. Hersteller machen zu Reifenhärte, Bodenhaftung und Verschleißeigenschaften keine konkreten Angaben, sondern teilen lediglich Tendenzen mit.

Grössenbezeichnung

Heute werden die Reifenmaße von Motorradreifen genauso angegeben wie bei Autoreifen; ein fiktives Beispiel: Auf der Seite eines Motorradreifens steht: 150 / 60 ZR 15 (70) TL M/C.

„150“ steht für die Reifenbreite in Millimeter, „60“ für die Reifenschulterhöhe in Millimeter. Je größer diese ist, desto komfortabler sind die Fahreigenschaften des Reifens, weil er Unebenheiten besser aufnehmen kann.

„ZR“: „Z" ist der Geschwindigkeitsindex (siehe auch unter Geschwindigkeitsindex), „R" gibt die Bauart des Reifens an – in diesem Fall „radial". Es gibt auch sogenannte Diagonalreifen, diese kommen jedoch nur im Gelände oder im Rennsport zum Einsatz. Der Innendurchmesser ist 15 Zoll, welcher auch gleichzeitig der Durchmesser der passenden Felge zu diesem Reifen sein muss. „70“ ist der Tragfähigkeitsindex, in diesem Fall bis 335 Kilogramm.

„TL“ bedeutet „Tubeless", also schlauchlos. Das Gegenteil hierzu wäre „TT“ = Tubetype. Das sind Reifen mit Schlauch. In den Fahrzeugpapieren eines Motorrads steht, welcher Typ Reifen montiert werden muss.

„M/C“: In den USA vorgeschriebene Markierung, die anzeigt, dass es sich um einen Motorradreifen handelt.

In den Papieren eines Motorrads steht, welche Reifengrößen für das Modell zugelassen sind. Selbstverständlich benötigt man auch die entsprechende Felge zu einem bestimmten Reifen.

Tragfähigkeitsindex

Der Tragfähigkeitsindex gibt an, wie viel Gewicht ein Reifen verträgt. Wie der Geschwindigkeitsindex ist auch der in den Fahrzeugpapieren benannte Tragfähigkeitsindex eine Mindestanforderung: Es dürfen also keine Reifen mit einem niedrigeren Index aufgezogen werden, sehr wohl aber welche mit einer höheren Tragfähigkeit. Hier ein Auszug aus der Tabelle:

Tragfähigkeitsindex 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96
Last in kg 250 257 265 272 280 290 300 307 315 325 335 345 355 365 375 385 400 412 425 437 450 462 475 487 500 515 530 545 560 580 600 615 630 650 670 690 710

Geschwindigkeitsindex

Der Geschwindigkeitsindex ist auf der Seite eines Reifens eingeprägt und gibt an, wie schnell man mit dem betreffenden Reifen höchstens fahren darf. Diese Angaben sind ernst zu nehmen, denn bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit können Reifen schnell platzen. Hier die Kürzel aus dem Index und was sie bedeuten:

Index A1 A2 A3 A4 A5 A6 A7 A8 B C D E F G K L M N O P Q R S T U H VR V ZR W Y
Höchstgeschwindigkeit km/h 5 10 15 20 25 30 35 40 50 60 65 70 80 90 100 110 120 130 140 150 160 170 180 190 200 210 >210 240 >240 270 300

Laufrichtung

Bedingt durch ihr Profil, haben einige Reifen eine Laufrichtung, die eingehalten werden muss. Diese ist mit einem Pfeil auf der Seite des Reifens gekennzeichnet, der in die Richtung zeigt, in die der Reifen rotieren soll. Es gibt aber auch Reifen, bei denen die Laufrichtung nicht vom Hersteller vorgegeben wurde. Trotzdem: Wenn ein Reifen ohne Laufrichtungsmarkierung schon einige Kilometer in eine bestimmte Richtung gelaufen ist, darf daran nichts mehr geändert werden, weil der Reifen im Extremfall sonst während der Fahrt platzen könnte.

Auswuchten

Damit Reifen gerade laufen, dürfen sie keine Unwucht haben. Vor der Montage sollten die Räder daher ausgewuchtet werden. Dabei werden kleine Gewichte an der Felge angebracht, wodurch eine Unwucht ausgeglichen werden kann. Wenn die Räder fachgerecht gelagert wurden, sollten im Normalfall keine Unwuchten entstehen. Wer auf das Wuchten verzichtet, geht jedoch ein gewisses Risiko ein, da durch eine Unwucht sehr große Kräfte auf die Karosserie wirken können.

Entsorgung

Wer die alten Reifen nicht behalten möchte (etwa als Reserverad) muss diese fachgerecht entsorgen. Wir von Reifen Service Bergerhoff in Wiehl übernehmen das gerne, nehmen dafür aber eine Gebühr.